29.05.2015: Ketten gesprengt

Im Zuge einer letzten Machtdemonstration der Kunst verschlossen A. Werner und sein aktivistisches Team den Haupteingang des Regierungspräsidiums.
Die Kritik der Bürger, sowie der Mitarbeiter der Behörde war in den vorherigen Wochen vor Allem, dass die Angestellten wichtige Arbeitszeit verloren hätten, in dem sie zu einer Beschäftigung mit der Kunst gezwungen wurden.

Da die Künstlerin die korrekte Ausführung des deutschen Gesetztes respektiert, sollte den arbeitswütigen MitarbeiterInnen die kostbare Zeit zurückgegeben werden.

In einem Akt der Selbstbefreiung durchbrach das Regierungspräsidium den Kunstzwang:
Der Hausmeister durchschnitt die metallenen Ketten mit einem Bolzenschneider.

22.05.2015: Tag der Befreiung?

Am Freitag zog A. Werner begleitet von Koch A.Lilleson und Fotograf J. Lohrengel mit 50 kg Wackelpudding durch das Regierungspräsidium, um die Solidarität der MitarbeiterInnen gegenüber ihrem Vorgesetzten auf die Probe zu stellen. „Das Gesamtkunstwerk fordert eine klare Positionierung der Angestellten“, so Werner.
Er wies die MitarbeiterInnen an, den Pudding zu verzehren, um den darunterliegenden Hahn zu befreien, der nur nach erfolgreicher Aufgabenbewerkstelligung zurückgegeben werden kann. „Ich habe viele aufgeschlossene Mitarbeiterinnen angetroffen“, sagte der Exekutor. „Gerade die Damen verhielten sich dem Präsidenten gegenüber loyal.“
Das Gesamtkunstwerk sei außerdem wiederholt beschenkt worden, diesmal mit dem Bild eines Bierglases.
Auch schwierige Dezernate verhielten sich betreffs der Befreiung des Hahnes engagiert: Das Veterinäramt käme Dr. Lübckes Wunsch nach kreativen MitarbeiterInnen nach, schlussfolgerte A. Werner in Betrachtung der Mitarbeitercollage nahe der visuellen Platzhalter des Exekutors.
Trotz all des Lobes riet der Diener des Gesamtkunstwerkes zum Innehalten. Viele MitarbeiterInnen seien nicht im Gebäude gewesen, manche hätten ihre Mitwirkung aus nichtigen Gründen verweigert. Der Exekutor vermutet, die SPD – CDU Teilung des Gebäudes habe zur Verweigerung der Solidarität gegenüber dem Regierungspräsidenten beigetragen.





11. bis 15.05.2015: Kunsttherapie wirkt


A. Werner, A. Nikolic und ihr Team aus frisch ausgebildeten AktivistInnen besuchten das Regierungspräsidium Kassel, um gegen die dort herrschende Kunstaversion anzugehen. Jüngst hatten sich die MitarbeiterInnen bei der HNA über das Gesamtkunstwerk beschwert und die Fronten somit drastisch verstärkt.
„Ich glaube nicht daran, einfach nur zu reden“, erklärt Werner. Damit ließen sich konkrete Probleme nicht lösen.
„Wenn ich im Präsidium auftauche, schließen die Mitarbeiterinnen automatisch ihre Türen. Wie soll ich so arbeiten?“
Während der Ausbildung des Aktivistenteams durch Werner und A. Nikolic wurden die in der vorherigen Woche angelegten Mitarbeiterprofile analysiert und Strategien entwickelt, den MitarbeiterInnen das Gesamtkunstwerk näher zu bringen. Dementsprechen beschloss das Team, die MitarbeiterInnen des Präsidiums zu beschenken.
"Das Gesamtkunstwerk ist nicht exklusiv", fasst Werner zusammen. Ausgestattet mit Kameras, Tonaufnahmegeräten und einer Tätowiermaschine zog die Gruppe durch das Gebäude.
„Interventionen 2015“ steht mittlerweile auf dem Arm eines kooperativen Mitarbeiters. Er hatte sich zwischen verschiedenen Design-Entwürfen der AktivistInnen entschieden.
„Dieser vorbildliche Mann nimmt für seine Liebe zum Gesamtkunstwerk Schmerzen in Kauf“, lobt der Exekutor.






08.05.2015: Anbringung visueller Platzhalter des Exekutors

Gemäß seiner ehrenhaften Verpflichtung zum Schutze des Gesamtkunstwerkes führte A. Werner die Anbringung seines visuellen Platzhalters gewissenhaft aus.
MitarbeiterInnen des Präsidiums waren aufgefordert worden, Fragebögen zu ihrem persönlichen Verhältnis zur Kunst und zum Gesamtkunstwerk auszufüllen. Um Personenprofile komplettieren zu können, die I.Paehr über alle MitarbeiterInnen anlegt, sollten die Mitarbeiter außerdem eine Haarprobe bereit stellen.
Die Anzahl der Plakate stand im direkten Verhältnis mit den negativen Durchschnittspunktzahlen der einzelnen Dezernate. Er brachte Plakate auch dort an, wo viele Mitarbeiter, vermutlich auch die Verweigerer, zu Gange sind.
Sein Gesicht soll die MitarbeiterInnen stets an ihre Pflichten gegenüber der Kunst erinnern.


24.04.2015: Kontrolle im RP


Werner muss feststellen, dass viele der Angestellten nicht willig sind, das Gesamtkunstwerk zu unterstützen.
Obwohl sich viele der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Interviews offen gegeben hätten und durchaus vertrauliche Informationen an Werner weitergegeben hatten, wäre das Interesse an der Kunst bedauernswert gering, urteilt der Exekutor.
Kaum Jemand habe sich eines der Zitate als Bildschirmhintergrund eingerichtet.
Mit Gaffa markierte er stichprobenartig Türen, hinter denen Menschen sitzen, die das Gesamtkunstwerk gefährden.



14. bis 21.04.2015: Exekutor A. Werner interviewt Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Regierungspräsidiums Kassel

A. Werner besucht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Regierungspräsidiums in ihren Büros, um Informationen einzuholen und an mich weiterleiten zu können.
Es geht bei den Gesprächen um ein erstes Kennenlernen, Kunst, ein Verhältnis zur Politik.
Die Angestellten verhalten sich dem Gesamtkunstwerk gegenüber kooperativ, lediglich Frau E. verweigert das Interview.
Im Anschluss an die Gespräche unterzeichnen die MitarbeiterInnen mit ihrer Unterschrift und bestätigen somit ihre vorbildliche Partizipation.


A. Werner informiert mich über aufgeschlossene MitarbeiterInnen

Frau E. verweigert das Gespräch

Frau E. hat für die Interventionen nichts übrig.

A. Werner wertet die Formulare aus

"Ähnlich wie die akribische Arbeit der Beamten im Regierungspräsidium fordert auch der künstlerische Rechercheprozess eine genaue Auswertung der Beobachtungen", sagt Werner.